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    Einführung zur Bilanzanalyse

    Ob Sie nur Darlehen verlängern wollen, oder über neue Finanzierungsmöglichkeiten verhandeln müssen: Ihre Bank oder andere Investoren ziehen neben anderen Kriterien immer auch Ihren Jahresabschluss (Bilanz, GuV und gegebenenfalls den Anhang) zur Beurteilung der Bonität heran.
    Eine Bank sieht sich dabei die Bilanzpositionen zunächst im Einzelnen an, und berechnet bei der Bilanzanalyse verschiedene Kennziffern.

    Wie sieht nun eine Bilanzanalyse aus und welche Kennziffern sind besonders wichtig?

    In den Beiträgen dieses Blogs erfahren Sie in leicht nachvollziehbaren Schritten, wie eine Bank eine Bilanz untersucht und was ihr dabei wichtig ist.
    Sie lernen dabei auch, Ihre eigenen Zahlen richtig einzuschätzen. Sie sind so optimal auf das nächste Bankgespräch vorbereitet!

    Die Grundelemente der Bilanzanalyse

    Eine gute Ertragslage und eine zunehmende Geschäftstätigkeit sind erste Hinweise, die ein erfolgreiches Unternehmen kennzeichnen. Sie reichen aber einem Geldgeber nicht aus, um die wirtschaftliche Lage und die Finanzierungsverhältnisse abschließend zu beurteilen. Gerade in Wachstumsphasen kann unter Umständen durch den steigenden Liquiditätsbedarf zur Finanzierung von Vorleistungen eine Finanzierungslücke auftreten. Eine solide Finanzlage setzt eine gute Eigenmittelausstattung ebenso voraus, wie ein gesundes Verhältnis zwischen Verschuldung und Ertrag.

    Grundsätzliche Probleme bei der Ermittlung und der Beurteilung von Kennzahlen

    Zur Bilanzanalyse werden verschiedene Daten aus Bilanz und GuV verwendet. Anhand entsprechender Kennzahlen wird nun versucht, weitergehende Erkenntnisse über die Unternehmenslage zu gewinnen. Das grundsätzliche Problem bei der Bilanzanalyse ist, dass Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen auch unterschiedliche Kennzahlen aufweisen. Das bedeutet, dass nicht alle Kennzahlen der Bilanzanalyse branchenübergreifend vergleichbar sind. Zum Beispiel kann man Lagerumschlagszahlen oder Kundenziele im Lebensmitteleinzelhandel nicht mit denen eines Anlagenbauers vergleichen.
    Grundsätzlich lässt sich die Untersuchung der finanziellen Struktur eines Unternehmens in drei Bereichen aufteilen:

    Die Untersuchung der Vermögensstruktur (vertikale Bilanzanalyse):

    Dabei wird die Art und Zusammensetzung des in den einzelnen Vermögenspositionen gebundenen Kapitals untersucht (= Aktivseite der Bilanz)

    Die Untersuchung der Kapitalstruktur (vertikale Bilanzanalyse):

    Hier wird die Art, Zusammensetzung und Fristigkeit der in Anspruch genommenen Kapitalquellen betrachtet (= Passivseite der Bilanz)

    Die Untersuchung der Finanz- und Liquiditätsstruktur (horizontale Bilanzanalyse):

    Sie untersucht die Fristigkeiten der genutzten Kapitalquellen in ihrem Verhältnis zur Fristigkeit der Vermögensbindung. Weiter wird die derzeit vorhandene Liquidität (Geldmittel) und die erwartete Liquidität (z.B. Forderungen) ins Verhältnis zu fälligen Zahlungen gesetzt. Es werden hier also Werte der Aktivseite der Bilanz in Bezug zu Werten der Passivseite der Bilanz gesetzt.
    Die Kennzahlen und Erkenntnisse aus diesen Bezügen geben einerseits Auskunft über die Unternehmenserfolge und die Finanzentscheidungen der Vergangenheit. Andererseits stellen sie die Möglichkeiten für unternehmerische Entscheidungen in der Zukunft dar. Aus Sicht der Banken sollen durch die Bilanzanalyse Chancen und Risiken der Kreditvergabe erkennbar gemacht werden.
    Die obengenannten finanzwirtschaftlichen Strukturen werden jeweils nach folgenden Kriterien untersucht und beurteilt:

    • Bedeutung und Angemessenheit
    • Veränderungen und Zeitvergleich
    • Branchenvergleich
    Beim Vergleich der einzelnen Bilanzpositionen und Kennziffern im Zeitablauf lassen sich für die Bank (und natürlich auch für Sie!) Entwicklungstendenzen erkennen. Als Unternehmer sollte man deshalb seine Kennzahlen regelmäßig betrachten, um im Unternehmen rechtzeitig die entsprechenden Maßnahmen im Bereich der Finanzierung ergreifen zu können.